Veränderung der Arbeitssituation in China

Die Reform des Arbeitsmarktes wurde mit dem Arbeitsvertragssystem von 1986 eingeleitet.

Durch die Einführung des Arbeitsvertragssystems veränderte sich das Verhältnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern grundlegend. Betriebe entließen hohe Zahlen von Arbeitern um dem wirtschaftlichen Wettbewerb standhalten zu können. Hohe Arbeitslosenzahlen und ungleiche Lohngehälter sind unter anderem eine Folge. Die Arbeitnehmer sehen sich mit zunehmend schlechteren Arbeitsbedingungen konfrontiert.[1][2]

Reform des Arbeitsvertragssystems 1986

Ab 1986 musste jeder neu eingestellte Arbeitnehmer einen Vertrag (dieser wurde zuvor nicht benötigt) [3] mit dem Betrieb abschließen. Dieser Vertrag musste befristet sein. Seit 1992 ist die Umstellung der gesamten Belegschaft, also auch Festarbeiter, auf ein Arbeitsverhältnis mit einem Arbeitsvertrag vorgesehen.

Durch die Reform des Arbeitsvertragssystems von 1986 bestand zum ersten Mal die Möglichkeit für Betriebe einen Arbeiter zu entlassen und ihre Angestellten auszuwählen. Ebenso konnten nun auch Arbeitnehmer ihre Arbeitsstelle kündigen und ihre Arbeitsstelle frei wählen.[4] In manchen Fällen werden allerdings den staatseigenen Unternehmen noch immer Arbeitskräfte zugeteilt. [5]

Um rentabler zu wirtschaften wurden die überflüssigen Arbeiter in den Unternehmen freigesetzt.[6] Diese waren und sind meistens Frauen (besonders ab dem 35. Lebensjahr[7]) da sie, verglichen mit ihren männlichen Kollegen, eine schlechtere Ausbildung erhalten hatten.

In den Betrieben waren Frauen größtenteils die Aushilfskräfte. Oft wurden sie nur tageweise bezahlt und hatten keine Prämien- und Zuschlagsansprüche. Sie stellen somit die überflüssigen Arbeitskräfte in den Betrieben dar. [8] Im Jahr 1989 sollen z.B. 71,6 Prozent der entlassenen Beschäftigten im Transportwesen weiblich gewesen sein.[9] (Frauen stellten 1988 mit nur 13 Prozent der Arbeitnehmer im Transportwesen den deutlich geringeren Anteil.)[10] Da die Regierung noch keine sinnvolle Lösung zum Beschäftigungsproblem der Frauen gefunden hatte, ermutigte sie die Frauen zur Rückkehr in den Haushalt.[11]

Den sich abzeichnenden Trend der Arbeiterinnen, sich wieder aus dem Arbeitsleben zurück zuziehen, lehnen Frauen, welche sich für die Emanzipation der Frau einsetzten, stark ab. Sie sehen den Rückzug als Verschlechterung der gesellschaftlichen Stellung der Frau an.[12]

Hier lesen Sie mehr über die Arbeitsschutzbestimmungen von 1988.


[1] Vgl. Hebel/Schucher 1992, S. 14.

[2] Vgl. Gransow 1999, S. 260-261.

[3] Vgl. Borchard 1992, S. 204.

[4] Vgl. Hebel 1997, S. 180-183.

[5] Vgl. Hebel 1999, S. 121-122.

[6] Vgl. Gransow 1999, S. 261.

[7] Vgl. Gransow 1999, S. 261.

[8] Vgl. Borchard 1992, S. 208.

[9] Vgl. Borchard 1992, S. 207.

[10] Vgl. Borchard 1992, S. 192.

[11] Vgl. Borchard 1992, S. 193.

[12] Vgl. Staiger 1995, S. 711.

 

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